Browsen und Video – verträglich?

Jeder, der gerne mit seinem Handy filmt und die Ergebnisse bearbeitet oder unbearbeitet zur Verbreitung hochlädt, tut dies, weil dem Film allgemein der Ruf anhaftet, besonders wahrhaftig und exklusiv zu sein.
Diese Meinung rührt daher, dass Film gleichzeitig mehrere wichtige Sinne anspricht. Im wirklichen Leben ergeben einige zusätzliche Sinne, die jedes Baby kennt, wie Tasten, (Be-)Greifen, Riechen, Schmecken, Räumlichkeit und dies mit der Reflexion darauf erst eine vollständigere Umgebungswahrnehmung, als es Film mit der Übertragung von Sehen, Hören und sich “besser fühlen” vermag. Die meisten Zuschauer haben damit aber schon den Eindruck einer vollständigen Information, was von den Machern auch angestrebt wird.

Tatsächlich jedoch haben sich in der Historie bereits die allerersten Filme bemüht, diese Sinne zu täuschen, um bestimmte Reaktionen beim Empfänger auszulösen, zunächst spielerisch, aber es ging weiter. Das reichte von Agitprop bis zu Goebbels Propaganda, über gefühlsduselige oder bleihaltige, tröstende Hollywoodschinken bis zur heutigen Werbeberieselung durch eine schnelle Abfolge kurzer Clips.

Letztere haben die Fähigkeit vieler Zuschauer aberzogen, einer Handlung oder einem gesprochenen Text länger als 3 Minuten konzentriert folgen zu können. Vor allem aber bleibt keine Zeit mehr, die Aussagen in Frage zu stellen, und nach einer Zeit erlischt auch das Interesse daran, zwischen wahr und unwahr unterscheiden zu wollen. So hat ein Autobesitzer den VW-Konzern verklagt, weil bei seinem Fahrzeug ein vor den Auspuff gehaltenes, weißes Tuch – anders als in dem Werbefilm – doch schwarze Flecken bekommt.

Obwohl – im Gegensatz zum Abgasverhalten – die leichte Manipulierbarkeit von Videos bekannt sein sollte, suchen inzwischen Millionen Flüchtlinge, deren Heimat in Schutt und Asche liegt, ihr Heil in Europa, weil es von lancierten Internetvideos als soziales Paradies geschildert – und geglaubt wird. Akuelles Material vermag Flüchlingsgruppen auch zu steuern. Die Erzeuger dieser Videos sind von islamistischen Gruppen beinflusste Schlepperbanden, die gegen Bezahlung den Transfer ins neue gelobte Land versprechen. Die Nutznießer stehen somit fest und das sind nicht die Notleidenden, deren Reise oft in einer Katasprophe endet. Wie kann man da noch behaupten, dass Filme eine allgemeine physikalische Wirklichkeit zeigen? In diesem Fall erzeugen sie eine neue, eigene Realität.

Unverdrossen kann heute jeder, wie der kleine Zeitgenosse über postfaktische Heilsbringer bis zu Agenturen, die sich Politikern und Künstlern andienen, Clips massenhaft erzeugen, verändern und “Wahrheiten” nach Belieben im Netz verbreiten. Dies hat schon vor Jahren Firmen auf den Plan gerufen, die ungefragt das persönliche Nutzerverhalten ausspähen können und sich durch Nutzung dieser Informationen zu milliardenschweren Konzernen entwickelt haben. Warnungen zur Wahrung der Persönlichkeitrechte werden durch die Mehrheit in den Wind geschlagen, denn zu verlockend sind die Möglichkeiten, sich über die Clips zu exponieren.

Nicht zuletzt Clips aus den Krisengebieten der Welt haben die Toleranzschwelle, ob ein Bericht überprüfbar oder in seiner handwerklichen Qualität (also Bildgröße, Schärfe, Wackelfreiheit) überhaupt noch anschaubar ist, gegen Null gesetzt. Wer sich erst daran gewöhnt hat, überträgt diese Sichtweise auch auf andere Erzeugnisse und toleriert fortan jedweden verbreitenen Mist. Die umsich greifende Schnatterkratie verstärkt diesen Trend.

Von daher ist es zu Recht den nichtkommerziellen Filmern (Hobbyfilmern, Filmautoren, Filmamateuren) immer schwergefallen, sich an dieser Entwicklung zu beteiligen. Wir wollen in unserem Lebensbereich und mit unserer Sichtweise Aufnahmen so planen, durchführen und nachbearbeiten, dass sie Geschichten erzählen, aus dem Leben oder der Welt berichten, kleine Filmkunstwerke entwickeln, die Emotionen ansprechen und inhaltlich, sowohl in der handwerklichen Ausführung als auch in der Bildtechnik, gewichtig und gut ansehbar sind, damit sie nicht schon morgen wieder vergessen werden können.

Dies benötigt Ausbildung, Zeit, Geld – und in unserer digitalen Welt, die wir längst gerne angenommen haben, vor allem gigabiteweise Speicherplatz, der wiederum immer noch zu unmöglichen Hochladezeiten führt, sollten wir bei der gewohnten Bildqualität bleiben wollen.  Wenn wir jedoch weiterhin unsere Auffassung von gutem Film vertreten und verbreiten wollen, dann werden wir als erstes auf eine große Auflösung unserer Bilder verzichten können (also der Pixelanzahl), denn einerseits entwickelt sich die bezahlbare Technik hinsichtlich der Geschwindigkeit der Datenübertragung schnell weiter und andererseits reicht sie zwar nicht für eine Großprojektion aus, wohl aber zur Weitergabe aus informativen Gründen. Somit ist es an der Zeit, sich mit dieser Möglichkeit der Verbreitung vertraut zu machen. In diesem Artikel betrachten wir erst einmal nur die Empfangsmöglichkeiten, wogegen rechtliche und Sicherheitsfragen, z.B. vor dem Hochladen zu einem Anbieter, zurücktreten müssen.

Millionen Begeisterte laden täglich Videos aller Art auf die Plattform “YouTube” hoch, die zum Google-Konzern gehört. Auch wir haben nach verschiedenen technischen Problemen davon abgesehen, die Beispielvideos dieser Seiten selbst zu “hosten” und stattdessen einen eigenen Kanal bei YouTube eingerichtet. Die Filme lassen sich dort in einem weit verbreiteten Format anschauen. Künftig werden wir die Qualität den Möglichkeiten anpassen.

Zugleich schleifen wir sie auf unsere Webseiten durch und betten sie hier in die Seite “Beispielvideos” ein.
Was müssen Sie tun, wenn Sie etwas hören und sehen wollen? Bei einem modernen Rechner (Windows-Microsoft, Android-Google oder Apple) eigentlich nichts, der ist offen, kann sich gut alleine mit sich selbst oder der ganzen Welt beschäftigen und braucht Sie eigentlich gar nicht. Schauen Sie mal mit dem Windows beiliegenden Systemtool “Ressource Monitor” nach, was da alles scheinbar sinnlos vor sich hin brabbelt.
Wenn Sie jedoch etwas Kontrolle, Ihre Grundrechte und einen geschwinden, gesunden Rechner schätzen, beachten Sie folgende Hinweise, die hier leider nicht vollständig sein können.

Als Browser wird gerne Mozilla Firefox empfohlen. Den Firefox gibt es für alle Rechner – Plattformen, inzwischen auch bei den Apple-Zwergformen als App.

Wichtiger bei Firefox: Mit zusätzlichen Addons und Plugins lässt sich hier die Wiedergabe von Internetseiten gezielt an die erforderliche Sicherheit und die eigenen Bedürfnisse anpassen. Mit dem Add-on “NoScipt” lässt sich beispielsweise die Reaktion auf Skripte, also deren Ausführung für jede Seite, explizit freischalten oder sperren; viel gefählicher Stoff (der auf unseren Seiten natürlich gar nicht vorhanden ist), bleibt so schon einmal außen vor. Zu strikte Einstellungen unterbinden allerdings das Laden multimedialer Inhalte und Sie müssten jedes Script enzeln temporär oder dauerhaft freigeben. Es gibt zunehmend auch Seiten, die jegliches Herunterladen nur über verräterische Scripts ermöglichen. Dann ist es Ihre Entscheidung, ob Sie solche Seiten brauchen.

Empfehlenswert ist auch das langsame “VLC Multimedia – Plugin” für Firefox, mit dem sich auch in unüblichem Format “gestreamte” Videos und Klänge wiedergeben lasssen. Die meisten Videos gibt Firefox inzwischen ohne zusätzliche Einbauten und Scripts wieder.

Nebenbei: Wer der ewigen Werbebanner müde ist, kann deren zeitraubendes Laden in den Browser mit “AddBlock plus” verhindern. Es entstehen keine weiteren Kosten, weil Mozilla (und die meisten Plugins) ein quelloffenes Projekt einer non-profit-organisation ist (sind).

Regelmäßig beschweren sich nun aber einige aufgerufene Seiten, Ihr Browser würde die Werbung, von deren Erlös die Seitenbetreiber ihre Kosten tragen, blockieren und damit den kostenfreien Weiterbetrieb bedrohen. Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden:
Zwar wäre in einer anderen, besseren Welt des gegenseitigen Nutzens, wo jeder zum Wohle aller Anderen arbeitet und diese für ihn, eine solche Beschwerde angesagt, aber in einer solchen Welt leben wir nicht.
Sie sollten sich fragen, woher der Betreiber weiß, dass Sie seine von allen Datenschutzbeauftragten bemängelten Spionagetools blockieren, die Ihre persönlichen Bewegungen im Internet aufzeichnen und zur zentralisierten Auswertung bei Spezialfirmen weitergeben. Weil er Informationen dazu aus Ihrem Gerät abruft, natürlich.
Solchen Betreibern kann man nur antworten, dass es keine gute Idee sein kann, wenn ihre Seiten als einzige Geschäftsgrundlage voraussetzen, wie lange noch es ehrliche und arglose Nutzer ertragen, ohne Einwilligung und Beteiligung am Gewinn mittels heimlichtuerischer Tricks (Tracker, scheinbar leere Pixel, web bugs, usw.) ausgespäht zu werden.
Die Größten in der Branche verdienen Milliarden mit diesen Methoden und kaum eine Einzelregierung wagt es noch, diesen Riesen ihr kleines Grundgesetz entgegenzuhalten. So träumt auch manch kleiner Seitenbetreiber vom großen Reichtum und gefährdet durch Weitergabe von Webbugs potentiell die staatsbürgerlichen Rechte jedes Surfers. Von da her ist es legitim, diese Bestrebungen abzuwehren.

Inzwischen verbreitet sich die Mode, sich vom Nutzer generell die Nutzung von Cookies per Tastendruck bestätigen zu lassen, vorgeblich, um die Seite im Browser richtig darstellen zu können, einige geben offen zu, dass sie ihren Dienst nur so betreiben könnten. Einige Seiten schalten Sie nicht weiter, wenn Sie nicht bestätigen. Meist gibt es nicht einmal einen Ablehnungsknopf. Damit, denken solche Webmaster, trägt der Nutzer für erlittene Unbill selbst die Verantwortung. Dies ist falsch, denn noch trägt der Verursacher, also der Betreiber der Webseite, eine Fürsorgepflicht. Viele Seitenbetreiber jedoch haben inzwischen gar kein Schuldgefühl mehr, seitdem Juristen mit dem Vorschlag der OK-Taste grünes Licht signalisierten und dabei zugleich ein Riesentor zur Vernichtung des persönlichen Datenschutzes öffneten. Die Anwender haben eben Opfer zu bringen. Mit dem Add-on “I don’t care about cookies” lässt sich ein Teil dieses OK-Unfugs abstellen.

Manchmal ist selbst der Webmaster einer Seite überrascht: Selbst auf der BDFA-Seite poppte eine Tracking-Taste auf und auch auf unserer HSC-Seite hatten sich über eine Backdoor Aufrufe zu GoogleFonts eingeschlichen. Der Versuch, Google Analytics zu entfernen, führte zum Absturz unserer Seite. Über Plug-ins wie Videogalerien und Buttonmaker usw. wurden ohne Wissen des Administrators weitere Heimlichkeiten eingespeist, und im Grunde kann bei aller Mühe nicht mehr garantiert werden, ob die Seiten nach einem Update noch sauber ausgegeben werden.

Modern ist es auch, besonders in vermeintlicher Sicherheitssoftware, die dann als kostenlos angeboten wird, einen Satz Spider oder Trojaner einzubauen. Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass gerade bei solcher Software, die auch noch lauthals allen Spähversuchen den Kampf erklärt, so etwas vorkommt. Ähnlich ist es bei den “sicheren” Downloads von Freewareanbietern.

Die Nutzer können sich in dieser Lage nur selbst schützen, etwa mit Browser-Plugins wie Ghostery und uBlock. Dazu müssten sie sich aber selbst ein wenig um ihre Datensicherheit und die Technik kümmern. Da kommt bei Vielen Widerstand auf, schließlich meinen sie, dass sie nichts zu verbergen haben. Sie tragen dann aber durch die Weitergabe Ihrer persönlichen Informationen dazu bei, die heimlich betriebene, allgemeine Datensammelwut  trotz großer Bedenken von Verfassungsschützern hoffähig und Persönlichkeitsrechte unwirksam zu machen.

So lange in unserem Land keine gelernten Datenschützer mehr ernannt werden, die den allgemeinen Datenmissbrauch aufspüren könnten und die keine Einwirkung auf die Politik haben, darf man sich nicht wundern, wenn bereits selbst vertrauliche Informationen aus dem Bundestag offenkundig wurden. Wegen der allgemeinen Vernetzung und des andererseits zwanghaft betriebenen Ausspähens kommen immer mehr schlecht geschützte oder schon bei der Auslieferung infizierte Systeme zum Erliegen. Und das trifft dann auch den kleinen Nutzer, der doch eigentlich nur seine netten Videos bearbeiten und mit der giftigen Welt des Intenets nichts zu tun haben wollte.  Kann der Nutzer sich denn selber schützen oder von sich aus etwas zum allgemeinen Datenschutz beitragen? Ein wenig.

Unumgänglich ist ein Virenscanner. Bei Wintel-Rechnern liegt er inzwischen dem Betriebssystem bei, das allerdings ohne Nutzereingriffe mit dem ganzen Planeten redet. Sie sollten einen anderen Schutz wählen. Aber auch nicht solche Programme, deren amerikanische Testversionen der Installation beiliegen. Diese “Sicherheitsfirmen” haben nicht erst der NSA Treue geschworen, sondern schon vorher für den FBI Hintertürchen programmiert. Apple ist bisher hart geblieben und hat dies in seiner Not leider nur technisch begründet. Auch im Windows – Bereich konnten sich bisher nur einige nichtamerikanische Firmen (GData…) gegenüber den Verlangenden behaupten.

Nachteile aller Scanner ist, dass sie sich – zu Recht – nicht völlig abschalten lassen und den Rechner verlangsamen, was für Video nun gerade nicht gut ist. Außerdem schläft die andere Seite nicht. Ständig wird nach Möglichkeiten gesucht, auch über Webseiten in Firmennetze, Clouds und private Systeme einzudringen. In einigen Ländern sind frühere Hacker in den Staatsdienst gewechselt.

Beachten Sie bitte, dass angepriesene Plugins tendenziell unsicher sein können, auch wenn sie von den im allgemeinen sicheren Firefox-Downloadseiten kommen. Nachdem sich auf Wintel-Rechnern auch Apps installieren lassen, breiten sich wieder verstärkt Toolbars aus, die tollen Nutzen versprechen, in Wirklichkeit Ihren Rechner mit sich ständig nachladender Werbung vollmüllen.

Einigermaßen fair scheint das Firefox-Plugin Ghostery zu sein, dessen Entwicklung von einer Anzahl Werbefirmen unterstützt wird, die rein statistisch und deswegen anonymisiert darüber unterrichtet werden, wie viele Nutzer die unsichtbaren Webspione durch Ghostery sperren lassen. Weitere Fragen zu diesem Komplex beantwortet der Webmaster dieser Seite sehr gerne auf Anschreiben unter “Ihre Nachricht”.

Ihre Rechnerinstallation wird es Ihnen danken, wenn Sie von Zeit zu Zeit nicht mehr benötigte, aber immer noch abgespeicherte Hinterlassenschaften etwa Ihrer Internetbewegungen löschen. Dies erledigt zum Beispiel bei richtiger Einstellung der Firefox selbständig. Weitergehend ist ein Tool wie der CCleaner von Piriform; die Gratisversion für Privatnutzer reicht meistens aus. Selbstverständlich sollten Sie die bei vielen anderen Browsern möglichen Einstellungen nutzen und alle beim Browsen aufgesammelten Daten beim Schließen des Browsers automatisch löschen.

Bei Apples handgehalteten Geräten sollte man nicht den Standardbrowser Safari, sondern etwa den in seinen Sicherheitseinstellungen besseren iCab verwenden. Der Firefox ist hier noch in der Entwicklungsphase und wird erst später wohl Sicherheitsplugins übernehmen können. Ansonsten ist Apple ja eine eigene, gegen alles Böse nach außen abgeschlossene Welt, solange Sie keinen “Jailbreak” vornehmen. Natürlich weiß nur Apple alles über Sie und nicht die ganze Welt.

Vertrauen Sie sich einem Gerät an, das Android als Betriebssystem betreibt, sollten Sie alle Hoffung fahren lassen, allein mit dieser Maschinerie zu sein. Leider können hier dazu keine tollen Tips gegeben werden. Android wurde unter Vorspiegelung großen Nutzens für die Kundschaft allein zum Ausspähen Ihrer persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten und denen all Ihrer Bekannten entwickelt. Die oft zwielichtigsten Apps lassen sich nur über die Google Plattform herunterladen. Nach kurzer Zeit weiß Google alles über Sie. Besonders angenehm, wenn Millionen Nutzer ihr Handy auch geschäftlich nutzen. Ein Aufbegehren ist nicht zu beobachten, weil ein gehöriges Suchtpotenzial in all dieser Nützlichkeit angelegt ist.

Dies Vorgehen und der amerikanische Weg, Terror bekämpfen zu wollen, hat auch Pate gestanden bei der Entwicklung von Windows 10, das wir bald alle nutzen müssen, weil z.B. Schnittprogramme nur noch damit laufen wollen. Sah sich Microsoft vor Kurzem noch allein auf weiter Flur beim eher harmlosen Ausspähen seiner zahlenden Nutzer, hat man nun Konkurrenz gewittert und versucht, das brutale Vorgehen des anderen Internetriesen noch zu übertrumpfen.

Vieles (aber nicht alles), was auf Ihrem WIntel-Rechner automatisch startet, sehen Sie mit Hilfe des kleinen Programms “autoruns” von Microsoft (Sysinternals). Einige dieser Autoruns sind allerdings zum Betrieb notwendig und Sie sollten sich an einen Fachmann Ihres Vertrauens wenden, wenn Sie sich nicht auskennen. Das gilt auch für eine Anzahl Tools, die Windows das Spionieren und unerlaubte Internetzugriffe abgewöhnen können, wie beispielsweise W10privacy oder Spybot Anti-Beacon. Diese greifen wirkungsvoll und tief in das Betriebssystem ein und können, falsch gehandabt, Ihr Windows für immer stillegen.

Fast alle Anbieter, auch von seriöser, gekaufter Software haben den Schuss der Großen gehört und blasen ebenfalls ins Horn zum Halali auf die Usersicherheit. Kaum eine Software verzichtet auf den Internetabgleich der Lizenz bei jedem Hochfahren, will sich automatisch updaten oder sieht bei den Einstellungen noch irgendwelche Möglichkeiten vor, dieses Eigenleben zu beenden.

Vorreiter waren Firmen wie Adobe (CC) oder Pegasys (TMPGenc), deren Softwarebetrieb ohne Internetanschluss nicht möglich ist. Dabei kauft man in Europa eigentlich das Programm und bekommt nicht etwa eine Lizenz verliehen, wie es nach der US-Rechtsprechung üblich ist. Wenn der europäische Nutzer sich mit den bei der Installation selten gelesenen Bedingungen einverstanden erklärt, bestätigt er auch die wiederholte “Lizenzüberprüfung” mit hunderten von nur dafür laufenden Programmteilchen und ein ziemlich offenes System. Erklärt er sich nicht einverstanden, kann er diese Programme nicht installieren, obwohl er sie gekauft hat. Eigentlich müsste man auf die Nutzung solcher Programme verzichten, allerdings greift dieser Missbrauch weiter um sich, erfasst nach und nach immer mehr sinnvolle Programme. Das wird sich nicht ändern, solange es keine wirksamen und fachkundigen Datenschützer und das behäbige Recht in Europa gibt.

Ob ein Rechner, mit dem Sie “große” Filme produzieren wollen, nun auch noch einen Internetanschluss und die dazu notwendige Software haben muss, wenn er über einen längeren Zeitraum Ihre Daten schnell bearbeiten und sicher verwahren soll, bleibt auch nach neuesten Entwicklungen der Computertechnik äußerst fraglich. Benutzen Sie für das Internet lieber einen zweiten oder abgelegten PC mit jungfräulichem Betriebssystem, das Sie regelmäßig runderneuern.

Vergenwärtigen Sie sich bitte auch, dass es im Web nichts, gar nichts, gratis gibt, geben kann. Alle Anbieter ohne Sponsoren sind gezwungen, mindestens ihre Kosten wieder hereinzuholen – und das geht am besten auf Ihre Kosten, auch unter Verlust Ihrer Privatsphäre, die anscheinend – selbst wenn Sie Kunde sind – kein Ansehen mehr besitzt.

Leider werden diejenigen löblichen Ausnahmen seltener, wo etwa ein Softwareanbieter eine freie, nichtkommerzielle Version mit dem Verkauf einer professionellen finanziert. Wenn Sie sich für eine bestimmte Software interessieren, versuchen Sie Auskunft über das Herkommen derselben  zu erhalten, ehrliche Anbieter halten sich mit Angaben nicht zurück, das gilt oft auch für General Public – Lizenzen. Aber: Selbst bei der demokratisch verwalteten GPL-Software dieser Webseite ist es einem von Google und Gravatar “bequatschten” Oberguru gelungen, die Versammlung von der Nützlichkeit von Backddoors zu überzeugen. Hauptargument war dabei, dies gegen alle Überzeugung und alle Grundvoraussetzungen von GPL zuzulassen, bevor es staatlich verordnet wird. Vielleicht wird es bei der Angst vor Terrorrismus und dem Wechselspiel mit Kommerzdenken und Verantwortungslosigkeit bald keine saubere Software mehr geben.

Was tun dann Firmen, die Roboterstraßen, Kraftwerke, Chirurgieautomaten und Werkzeugmaschinen meinten, vernetzen und ins Internet verzweigen zu müssen? Rufen sie dann öffentlich Industrie V.5 aus, wo am Rad gedreht wird?

Selbstverständlich sind alle Hinweise oben nur als Anregungen zu verstehen, die sich aus Beobachtungen ergaben und wir übernehmen keine Verantwortung, wenn etwas schiefgeht. Was Sie mit Ihrem Rechner anstellen oder nicht, das ist Ihre Sache. Aber denken Sie generell daran: Ihr Rechner ist Ihr Eigentum und er sollte auch nur das tun, was Sie und wann Sie es wollen.

Fromme Wünsche, also: Viel Glück!

R.B.